Praxiszug kooperiert eng mit der Häring-Akademie

Zu den vorrangigen Zielsetzungen des Praxiszuges an der Löhrschule gehört, die Anforderungsprofile der Industrie und die Leistungsprofile der Löhrschule möglichst kompatibel zu gestalten, um dadurch reibungslose Übergänge in das Berufsleben zu gewährleisten. Um diesen Ansprüchen nahe zu kommen, kooperiert die Schule seit diesem Schuljahr eng mit der Anton-Häring- Akademie für Aus- und Weiterbildung. Schirmherr dieser Akademie, die ihre Kernaufgabe in der nachhaltigen Förderung der Ausbildungsreife und Verbesserung der fachlichen Kompetenzen sieht, ist Altministerpräsident Lothar Späth.
Die Löhrschule hat mit diesem exzellenten Partner einen wichtigen Garanten gefunden für den erfolgreichen Auf- und Ausbau ihres Praxiszuges. Für 22 Schülerinnen und Schüler aus den achten Klassen, für die eine realistische Zukunftsperspektive in den relevanten Berufsfeldern der Metallverarbeitung besteht, wurden die Inhalte in starkem Rückbezug zum schulischen Technikunterricht kombiniert, ergänzt und die speziellen Ausbildungskurse in die großräumigen und mit modernstem Maschinenpark ausgestatteten Ausbildungswerkstätten des Bubsheimer Werkes für Präzisionstechnik verlagert.

Um möglichst zeitnah die Chancen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen zu erhöhen, entschieden sich Schule und Akademie für die vorrangige Unterrichtung der Achtklässler, weil deren Bewerbungsphase schon Ende des Schuljahres beginnt.
Enge Absprachen zu diesem Modellprojekt erfolgten noch während der Sommerferien zwischen dem Personalleiter Diplom-Betriebswirt Robert Pemsel der Firma Häring und dem Schulleiter Bernd Scharfenort. Bei diesen Gesprächen wurden wichtige Vereinbarungen getroffen; so stellt die Akademie neben ihrem engagierten Einsatz, ihrer fachlichen Kompetenz, ihrer Zeit und Erfahrung in dankenswerter Weise auch an sechs Mittwochen den Schülern und Begleitlehrern einen Shuttlebus für Hin- und Rückfahrt bereit. In einer beispielhaften Koordination schafft es die Firma Häring neben der zeitgleichen Ausbildung von 60 Lehrlingen in 11 Berufsfeldern die Praxisgruppe der Löhrschule mit zu integrieren.
Eigens für diese Gruppe der Löhrschüler wurde ein Curriculum entwickelt, bei denen sich Phasen der Praxis und der Theorie abwechseln. Unter der Leitung des Ausbildungsleiters Henri Wille stellt im Verlaufe der Sequenzen jeder Teilnehmer ein eigenen Parallelschraubstock her, so dass sich jeder Schüler durch praktische Übung fundiertes Wissen und Verständnis über die Bearbeitungsprozesse des maßgerechten Fräsens, Feilens, Bohrens, Schleifens und Zerspannens erwerben kann. Ein 26-seitiges Handexemplar mit detaillierten Zeichnungen, Plänen und Toleranzgrenzen dient den Schülern dazu, den Gesamtüberblick bei der Anfertigung ihres späteren Präsentationswerks zu behalten.
Um eventuelle Distanzen und Altersbarrieren zu verhindern oder abzubauen, legte die Häring- Akademie von Beginn an die theoretische Unterweisung in die Hände der zukünftigen Fachstudenten Steffen Schedy und Markus Münch, die es trefflich verstanden, - auf gleicher Wellenlänge mit ihren Schützlinge-, diesen die geforderten mathematischen und physikalischen Kenntnisse zu vermitteln.
Unter der Assistenz des Facharbeiters Marc Schmid und unter der fachlichen Anleitung der Auszubildenden Andreas Piel, Markus Gorzellik, Christian Heckel und Artur Hain wurden die Schüler in die Feinheiten und Fertigkeiten der einzelnen technologischen Verfahren eingeführt und in Kleingruppen intensiv betreut.
Schon nach den ersten Weiterbildungseinheiten zeigten sich die beteiligten Löhrschüler sehr begeistert von der völlig neuen und spannenden Art des Unterrichtens und stehen sicherlich dem schulischen Fach Technik mit anderen, nun neugierigeren Augen entgegen.