Wandelbar: Schule stellt sich der Zukunft

ankuenigung50JahrePresseAm Samstag feiert die Löhrschule ein besonderes Schulfest, denn vor 50 Jahren wurde sie erbaut. Heute ist die Löhrschule eine Werkrealschule mit 370 Schülern. Das war nicht immer so. Als sie damals, 1961, ihre Pforten öffnete, war sie noch eine „evangelische Mädchenschule“.

Anfang der 60er Jahre herrschte in Trossingen Schulraumnot. Mit dem modernen, 72 Meter langen Neubau an der Löhrstraße sollte ihr im Sommer 1961 abgeholfen werden. Eingang und Treppenhaus der neuen Schule wurden von den in Trossingen arbeitenden Künstlern Arthur Hauptmann und Felix Hengge gestaltet. Besonders hervorgehoben wurde damals das Lehrschwimmbecken im Untergeschoss des Gebäudes. Von einem „Juwel“ und einem künftigen „Gesundbrunnen“ Trossingens war damals in der Presse die Rede. Wegen baulicher Mängel musste das Löhrbad allerdings im Herbst 2005 endgültig geschlossen werden.

Benannt ist die Schule nach der Löhr- oder Lehrstraße (Trossingerisch: „uff d’r Lehr“), die ihren Namen wohl von dem Hügel (mittelhochdeutsch „Leh“) zwischen dem Ober- und dem Unterdorf hat.

Zunächst war die Schule für kurze Zeit eine „evangelische Mädchenschule“, doch bald öffnete sie sich auch für männliche Schüler, blieb aber zunächst eine evangelische „Bekenntnisschule“, wie es damals hieß. Ein wichtiger Schritt in der Geschichte der Löhrschule war 1967 die Umwandlung der von bestimmten christlichen Konfessionen betriebenen Konfessionsschulen in Baden- Württemberg in christliche Gemeinschaftsschulen.

Die Löhrschule wurde jetzt zu einer Nachbarschafts-Hauptschule, in die auch die Schüler der vormals selbständigen Volksschulen Schura, Durchhausen und Weigheim aufgenommen wurden. Im Schuljahr 1970/ 71 kamen dann noch die Hauptschüler aus Gunningen hinzu. 1969 löste Rosemarie Hopfensitz – später Rektorin der Realschule Trossingen – Fritz Trümper ab und wurde damit die erste weibliche Schulleiterin im Kreis Tuttlingen.

Schülerzahl steigt Anfang der 90er deutlich an

Damals besuchten an die 400 Schüler die Löhrschule. Seitdem ging die Zahl zunächst kontinuierlich zurück. Doch dann, Anfang der 90er Jahre, als zahlreiche Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion nach Trossingen kamen, schnellte die Schülerzahl zeitweilig auf über 600 hoch. Auf die nun wieder herrschende Raumnot reagierte die Stadt Trossingen mit einem Neubau, der das bestehende Löhrschulegebäude mit der benachbarten Rosenschule verband. Es entstanden zwei Technikräume, ein Computerraum, ein Raum für die Bildende Kunst sowie sechs weitere Klassenzimmer.

Ein weiterer Meilenstein war die Einführung der Werkrealschule im Schuljahr 1995/96. Zunächst gab es zwei Bildungspläne: Den für die herkömmliche „Hauptschule“ von der fünften bis zur neunten Klasse und den für das darauf gesetzte zehnte Schuljähr. 2010 wurde dann aus der „Hauptschule mit Werkrealschule“ eine „Werkrealschule neuen Typs“ mit regulär zehn Schuljahren. Die Schüler haben nun die Möglichkeiten, am Ende des neunten oder zehnten Schuljahres den Hauptschulabschluss oder nach zehn Schuljahren die Mittlere Reife zu machen.

Im Herbst soll das neue Schulgesetz der grün-roten Landesregierung verabschiedet werden, berichtet Löhrschul-Leiter Bernd Scharfenort, das dann nicht nur einen der Mittleren Reife gleichwertigen Abschluss, sondern die identische Prüfung vorsieht. Darin sieht Rektor Bernd Scharfenort auch die größte Chance und Herausforderung für die Zukunft der Löhrschule: „Die Wirtschaft und die Handelskammern fordern von uns angesichts des zunehmenden Facharbeitermangels qualifizierte Absolventen