Löhrschule ist ein Markenzeichen im Schulamtsbezirk
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- Kategorie: Schul-News - aktuell
- Montag, 10. Oktober 2011 Neckarquelle, iko
Mit einem Festakt für geladene Gäste wurden am Freitagabend die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Löhrschule eingeläutet. Das zweistündige Programm reflektierte die Lebendigkeit und die stetigen Veränderungen der Schule teils auf unterhaltsame Art durch Schüler und Lehrer, aber auch mit vielen Fakten und Daten, aufgezeigt von den Rednern des Festaktes, allen voran Rektor Bernd Scharfenort.
Unter der Leitung ihres Lehrers Peter Tritschler spannen Hibo Abdirazak, Theresa Kohler, Tanja Hasse, Stefanie Skljar, Dominik Zanger und Marcel Bender als Moderatoren des Abends den treffsicheren Bogen zwischen Grußworten und kulturellen Beiträgen einiger Schulklassen. Cindy Binefeld eröffnete am Flügel mit der Ouvertüre „Nights in White Satin“ den festlichen Abend. Unter den Gästen konnte Rektor Scharfenort auch ehemalige Kollegen der 1960-er Jahre begrüßen wie Hans-Joachim und Heidi Wernecke sowie Herbert Ottendörfer und viele weiter Kollegen begrüßen, nannte auch Rektorin Rosemarie Hopfensitz, Lehrer Hans-Georg Blasey, aber auch den Statiker der Löhrschule Dipl. Ing. Gerhard Messner und den künstlerischen Gestalter Felix Hengge und nicht zuletzt an die Frau, die gemeinsam mit ihrer Familie die Vision Löhrschule mir der Grundsteinlegung am 20. November 1959 Realität werden ließ: Barbara Schweizer, die ihr Haus auf der Löhr der neuen Schule opferte.
Die Einweihung der Löhrschule als evangelische Volksschule für Mädchen am 15. Juli 1961 sei ein bedeutungsvoller Tag für Trossingen gewesen, sagte Rektor Bernd Scharfenort. „Trossingen hatte damals 9800 Einwohner und 4000 Besucher kamen hier her, so dass der Festakt mittels Lautsprecher in den Hof übertragen wurde“. Sogar die Stuttgarter Zeitung hätte für diesen ersten Schulhausneubau seit den 1920-er Jahren berichtet. Dem damaligen Stadtbaumeister Hans Kuhn sei für das Bauwerk von allen Seiten großes Lob ausgesprochen worden, das zwei „Highlights“ hatte, nämlich das Lehrschwimmbecken, das seit einigen Jahren aber geschlossen ist und „der glanzvolle Sang- und Festsaal, unsere Aula, das absolute Aushängeschild der Schule“.
Fritz Trümper seit der Einweihung 1961 bis zu seinem Ruhestand 1969 der erste Rektor. Es folgte Rosemarie Hopfensitz als ersten Rektorin einer Hauptschule mit inzwischen Realschulzug. Bereits 1966 wurde die Löhrschule mit Schüler aus Schura, Durchhausen und Weigheim zur Nachbarschaftshauptschule, 1970 folgten Schüler aus Gunningen. Seit die Realschule im Schuljahr 1974/75 ins eigene Gebäude zog, war die Löhrschule die größte Hauptschule im Landkreis Tuttlingen und sei es noch heute im ganzen Schulamtsbezirk Konstanz, war von Rektor Bernd Scharfenort zu erfahren, der auch nicht die turbulenten Zeiten in den 1970er Jahren mit vielen Rektorenwechseln verschwieg.
Erst mit Klaus Häcker, der von 1970 bis 1985 und anschließend über 16 Jahre lang bis 2001 mit Karl Kirschler sei Konstanz in der Führungsposition der Löhrschule gekommen.
Die Migrantenzuwanderung machte Mitte der 1990-er Jahre einen weiteren Anbau notwendig, zudem standen diese Jahre ganz im Zeichen der Veränderung zur Werk-Realschule.
Eine weitere positive Veränderung brachte das im Oktober 2007 eingeweihte Ganztagesgebäude. Rektor Scharfenort, der seit 2007 zuerst die kommissarische Leitung der Löhrschule hatte betonte, dass diese Ganztagesschule sehr viel Geduld erfordert, denn „die Gesellschaft hat sich in 50 Jahren gewandelt. Schule soll nicht nur Ort des Lernens, sondern auch des Lebens sein“. Seit 2010 ist die Löhrschule eine reine „Werkrealschule, „um Schüler so erfolgreich wie möglich ins Berufsleben zu entlassen. Über 360 Schüler werden im aktuellen Schuljahr von 37 Lehrkräften unterrichtet“.
An der Löhrschule zu unterrichten sei ein Markenzeichen im ganzen Schulamtsbezirk „darauf darf man stolz sein“, betonte Bernd Scharfenort und endete mit Blick auf den stetigen Wandel der Löhrschule hin mit einem Zitat: “Nicht was der Zeit widersteht ist dauerhaft, sondern was sich klugerweise mit ihr ändert“.
Bürgermeister Dr. Clemens Maier dankte den Lehrkräften der Löhrschule, die in sehr hohem Maße und mit außergewöhnlichem Engagement die stetigen Veränderungen, insbesondere im Bereich der Ganztagesschule begleitet haben „eine Schule steht und fällt mit den Lehrern“. Trotz vieler Differenzen hätten Eltern und Lehrer immer an einem Strang gezogen. „Die Löhrschule hat es sich zum Ziel gesetzt, Schüler in Ausbildung zu bringen und leistet eine sehr gute Arbeit hierfür. Die Löhrschule wie immer attraktiv und zeitgemäß geblieben. Dr. Maier sicherte auch weiterhin die Unterstützung der Stadt Trossingen zu. Insgesamt brauche man sich für den Fortbestand der Löhrschule keinerlei Sorgen zu machen. Ein Basketball als Geschenk der Stadt, den der Bürgermeister dem Rektor „zuspielte“ wird für die Schüler ein Teil dieser weiteren Attraktivität im Pausenhof sein „der Korb wird nachgeliefert“, versicherte das Stadtoberhaupt.
Schulrat Stephan Wohlgemuth vom Staatlichen Schulamt Konstanz betonte das ganzheitliche Bildungsangebot der Löhrschule, das vielfältigen Lebensraum biete „das heutige kulturelle Programm durch fünf Jahrzehnte zeigt dies“. Die Löhrschule sei eine gute und aktive Schule, die sich kümmert und die lebt. „Die Schüler werden unterrichtet, gefördert, erzogen“. Er dankte auch im Namen von Schulamtsdirektorin Dr. Sylvia Anderson Bernd Scharfenort und seinem Team und „allen, die sich mit der Löhrschule verbunden fühlen“.
Mit der Entscheidung „Löhrschule“, hätten Eltern ihren Kindern einen guten Startschuss fürs Leben gegeben, betonte Elternbeiratsvorsitzende und zugleich 1. Vorsitzende des Fördervereins Löhrschule, Sigrid Kohler und frei nach Heinz Erhardt „Wir meistern viel mit Gerz und Verstand“. Sie wünschte „viel Kraft, Energie und Ausdauer, damit auch in Zukunft die Bilanz der Löhrschule positiv geschrieben werden kann“.
Pfarrer Michael Sarembe zeigte zwar Probleme mit dem Namen „Löhrschule“, komme er doch aus dem allamannischen und weise auf dem großen Friedhof hin, der hier erbaut wurde und die Löhrschule sei doch eine so lebendige Schule. Gerade deshalb hatte der Pfarrer und Religionslehrer an der Löhrschule eine Treueurkunde für „50 Jahre prägendes Wirken“ mitgebracht.
Die Band- AG unter Leitung von Klaus Georg Fuchs leitete in den gemütlichen Teil des Festaktes mit Stehempfang vor der Aula ein, wo anschließend noch viele Erinnerungen der vergangenen Jahrzehnte ausgetauscht wurden.

