Gesang führt die Generationen zusammen
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- Mittwoch, 07. Dezember 2011 Trossinger Zeitung, fawa
„Begegnung – Ein Abend, zwei Chöre“, so schlicht fasst das Plakat die Idee zusammen, die zur Kooperation der Trossinger Werkrealschule Löhrschule mit dem Chor Liederkranz geführt hat. Am Donnerstag, 15. Dezember, werden gut 50 Sänger im Alter von 12 bis über 70 Jahren ab 19.30 Uhr gemeinsam auf der Bühne der Löhrschul-Aula stehen und mit Liedern, Sketchen, Vorführungen und Tänzen durch die Weihnacht in aller Welt führen.
„Wir machen seit drei Jahren ein offenes Weihnachtslieder-Singen, bei dem jeder mitmachen kann“, erläutert Liederkranz-Vorsitzende Sabine Dietl den Hintergrund für das Projekt, „und wird wollten es mit einem Höhepunkt, einem kleinen Konzert, enden lassen.“ Dafür habe man diesmal die Löhrschule als Kooperationspartner ausgewählt.
Damit betritt auch der Chor Liederkranz Neuland: „Wir haben zwar schon mit Grundschulkindern oder mit den Grünschäbeln der Musikschule zusammen gesungen“, berichtet Sabine Dietl, „aber noch nie mit so einer Altersgruppe von Teenagern“. Da das Durchschnittsalter des Chores knapp über 60 Jahren liegt, kommt hier ein Treffen der Generationen zustande, von dem – hoffen Chor und Löhrschule – beide Seiten profitieren werden.
Ulrike Modrak, die seitdem sie Lehrerin an der Löhrschule ist, regelmäßig Kulturabende organisiert, an denen die Schüler ihre Talente öffentlich machen dürfen, nahm das Angebot des Vereins gerne an: „Das war die Gunst der Stunde, als Frau Dietl sich bei uns gemeldet hat“, sagt sie. Denn nach der großen Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der Schule im Oktober stellte sich die Frage, ob man kurz darauf, im Dezember, noch einmal einen großen Kulturabend veranstalten sollte. Die Idee des Liederkranzes gab schließlich den Ausschlag, es doch zu tun.
Zwei Schülerinnen werden als Moderatorinnen-Team durch den Abend führen. Fünf Lieder wird der Chor Liederkranz alleine singen, zwei Weihnachtslieder zusammen mit den Schülern. Außerdem wird Angelina Isaak ein Klavierstück vortragen, die sechsten Klassen sind mit Sketchen und einem selbst entwickelten HipHop-Tanz dabei. Auch die Sieger des Vorlesewettbewerbs der sechsten Klassen werden sich öffentlich präsentieren. Die 9b tanzt einen Cha-Cha-Cha, wie sie es im Tanzkurs gelernt hat. Simon Khoshabzadeh und Emerson Tuzi zeigen ihre Künste als Human Beatboxes, und die 7b trägt ein englischsprachiges Gedicht vor.
Beim Schlusslied „Stille Nacht“ mit Soli in sechs verschiedenen Sprachen, dürfen dann alle Gäste mitsingen. „Dass mehrsprachige Finale passt zu unserer Schule“, findet Ulrike Modrak, „weil wir auch Schüler aus verschiedenen Ländern haben.“ Aber auch die Begegnung mit mehrstimmiger Chormusik, wie sie durch die Koooperation mit dem Liederkranz möglich ist, werde für die Schüler „ganz spannend“, hofft Modrak.
Die Feiern zum Jubiläum der Löhrschule fand Arnold Kutzli vom Liederkranz „beispielhaft und ganz große Klasse“, weil die Schüler viel Kreativität und Eigeninitiative eingebracht hätten. Kutzli hat sich sich – unter anderem als langjähriger geschäftsführender Vizepräsident des Deutschen Harmonikaverbandes DHV – schon seit Jahrzehnten mit der Frage beschäftigt, wie junge Leute an die Musik und das Vereinsleben herangeführt werden können. Denn wie viele Chöre hat auch der Liederkranz Probleme mit dem Nachwuchs: „Es kommen immer wieder Einzelne zu uns“, erzählt Sabine Dietl, „vor allem Frauen. Es fehlen uns aber vor allem Männerstimmen.“ Kutzli hofft daher auch, dass die Zusammenarbeit mit der Schule keine „Eintagsfliege“ bleibt. Modrak sieht in den Konzertvorbereitungen einen wichtigen pädagogischen Aspekt: „In einem der mehrstimmigen Stücke mit dem Liederkranz singen die Schüler die Oberstimme. Das ist richtig schwer, und die Kinder kommen an ihre Grenzen. Aber so lernen sie, dass man für etwas immer und immer wieder üben muss, doch am Ende hat man dann auch was davon. Das ist eine wichtige Lernerfahrung.“

