Andrang auf einzelne Schulen ist künftig ohne Schulempfehlung nicht mehr kalkulierbar

archiv trossingerzeitungDie rot-grüne Landesregierung möchte die Schulpolitik in weiten Bereichen umgestalten. Die Schulempfehlung der Grundschule ist von ihr gestrichen worden, die Gemeinschaftsschule soll als neue Schulform eingeführt werden. Was dies für Trossingen als Schulstandort bedeutet, versucht Bürgermeister Dr. Clemens Maier derzeit zu überblicken.

„Wir verlieren Planungssicherheit durch den Verzicht auf die Grundschulempfehlung“, so Maier. Sei bislang immer grob abzusehen gewesen, wie viele Schüler auf welche weiterführende Schule wechseln, müssten sich die Stadtverwaltung als Schulträger und die Schulen ab diesem Sommer überraschen lassen. 

„Wir wissen ohne die Grundschulempfehlung nicht mehr, wohin die Schülerströme hingehen“, sagt Maier. Bis zu den Anmeldungen bleibe deshalb unklar, „ob es plötzlich einen Trend gibt und deshalb viel mehr Familien als sonst an eine Schulform drängen.“

Sollte eine Schule plötzlich stärkeren Zulauf als in den Jahren zuvor erleben, „wird das mit den Klassenräumen und der Lehrerzahl schwierig“, so Maier. Denn zusätzliche Klassenzimmer seien genauso wenig auf die Schnelle zu organisieren wie neue Lehrer. Nicht nur die Organisation sein schwierig, auch die möglichen finanziellen Belastungen für die Stadt. Auch die von der Landesregierung geplante Einführung der Gemeinschaftsschule werde das Trossinger Schulgefüge durcheinander wirbeln: „Bisher ist nicht klar, was genau das Modell der Gemeinschaftsschule für uns bedeutet“, sagt Maier.

Prädestiniert dafür sei die Löhrschule. „Hier haben wir auch schon den Ganztagsschulbetrieb, der für die Gemeinschaftsschule vorgesehen ist.“ Wie jedoch die Ausstattung mit Lehrern, Schulsozialarbeitern und anderen Experten, die das erweiterte Schulangebot abdecken können, aussehen wird, sei bislang unklar. „Sicher ist nur, dass wir im neuen Schuljahr noch nicht dabei sein werden“, sagt Bürgermeister Maier. Denn, so erläutert er: „Im ersten Schwung sind es nur 30 Schulen im ganzen Land, die Gemeinschaftsschulen werden – da ist Trossingen nicht dabei.