Löhrschüler sollen sicher durchs Netz surfen
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- Mittwoch, 08. Februar 2012 Trossinger Zeitung, bro
Die Aktion „Safer Internet Day“ will Jugendliche vor den Gefahren des Internets warnen Trossingen (bro) - Das Internet: Es ist faszinierend, unheimlich praktisch, einfach ein Segen – und gleichzeitig ein Fluch. Denn ein falscher Klick genügt, und eine Katastrophe nimmt ihren Lauf. Deshalb hat Ralf Heimburger, IT-Spezialist, versucht, den Sechstklässlern in der Löhrschule ein bisschen Durchblick zu verschaffen im weltweiten Netz. Gestern war der europaweite Aktionstag „Safer Internet Day“. Passend dazu wollte Ralf Heimburger im Rahmen der Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ die Jugendlichen sensibilisieren, nicht gedankenlos durchs Internet zu surfen, sondern vorsichtig zu sein.
Mit großen Augen und offenen Ohren haben die Jungen und Mädchen dem Vortrag des IT-Spezialisten gelauscht. Auch für geübte Internetnutzer war noch einiges Neues dabei. Zuerst hat Ralf Heimburger mit den Jugendlichen zusammengetragen, was alles zu den persönlichen Daten gehört, weit mehr als Anschrift und Name. Verdeutlicht hat das der IT-Experte, der in Schura auch eine Firma betreibt, mit einem kleinen Film: Die Überraschung wäre sicher groß, wenn der Pizzabote zu einer vegetarischen Pizza raten würde, weil er die Krankengeschichte des Kunden kennt. „Man gibt unnötig viele persönliche Daten bekannt“, so Heimburger.
Er rät den noch jungen Internetfans, auch in vermeintlich geschützten Bereichen aufzupassen. Außerdem warnt er eindringlich davor, Passwörter mit Freunden zu tauschen. Dies sei vor allem bei kleinen Mädchen gang und gäbe. „Aber das Verraten eines Passworts ist kein Freundschaftsbeweis.“ Denn sollte die Freundschaft plötzlich zu Ende sein, kann die vermeintliche Freundin mit dem Passwort ihrer jetzigen „Feindin“ alles Mögliche anstellen, Unwahrheiten oder peinliche Bilder weltweit verbreiten. „Es gibt da auch Bereiche, wo es gefährlich und kriminell wird, dann geht es in den Straftatenbereich“, so der Internetspezialist.
Außerdem solle man nicht immer dasselbe Passwort verwenden. Damit macht man es einem Computerhacker nur unnötig leicht. Ein weiteres Thema ist das „Abzocken“. Hier gelte es, unbedingt das Kleingedruckte zu lesen. Denn auch für das Herunterladen eines eigentlich kostenlosen Programms können sich dort Kosten verstecken. Dies gelte auch für die Suchmaschine Google. Oft stehen in der Vorschlagsliste kommerzielle Anzeigen an vorderster Stelle, sehr oft von Betreibern von Abzock-Seiten, zum Beispiel für Handy-Klingeltöne oder Hausaufgabenhilfe.
Den Jugendlichen ist klar, warum sie bei so manchem Angebot ihr Geburtsdatum angeben müssen. Sind sie noch nicht volljährig und damit geschäftsfähig, dürfen sie auch nichts bestellen. „Oder man macht sich älter“, schlägt ein Junge im Saal vor. Davor warnt Ralf Heimburger aber eindringlich: „Ihr dürft Euch nie älter machen, da geht’s dann in den meisten Fällen um Geld. Da geht dann der Ärger los.“ Müsse man allgemeine Geschäftsbedingungen akzeptieren, gehe es fast immer um Geld. Wer sich nicht sicher sei, solle lieber seine Eltern um Rat fragen. „Das mit dem Geld kann ganz schnell gehen“, so der Experte.
Einen weiteren Ratschlag hat Heimburger fürs Herunterladen von Liedern und Filmen: „Fast jeder Download wird mitgeschnitten, von der Musik- und Filmindustrie und von der Polizei.“ Fast jede größere Aktion werde verfolgt und zur Anzeige gebracht. Das wird dann richtig teuer: Ein Lied schlägt mit zirka 400 Euro zu Buche, ein Film sogar mit rund 1700 Euro.
Das Fazit Heimburgers: „Im Internet ist man nicht anonym und es ist auch kein rechtsfreier Raum.“ Wachsamkeit und Vorsicht seien nötig, um mit Spaß das weltweite Netz nutzen zu können.

