FDP informiert sich über Probleme der Werkrealschule

fdp loehrschule nqDie Zukunft der Trossinger Löhrschule stand im Mittelpunkt einer Informationsrunde mit Rektor Bernd Scharfenort, zu der die FDP-Fraktion im Trossinger Gemeinderat Mitglieder und Interessenten eingeladen hatte.

Bernd Scharfenort machte dabei deutlich, dass jetzt die Weichen gestellt werden müssten, um die Attraktivität der Werkrealschule zu steigern. Im Klartext: Als Ganztagsschule mit der benachbarten Rosenschule könnte die Löhrschule überleben. Die Einführung von Gemeinschaftsschulen und die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung haben auch die Schullandschaft in Trossingen beeinflusst und vor neue Probleme gestellt.

Fraktionschef Willy Walter machte keinen Hehl daraus, dass er den Schulstandort Trossingen massiv gefährdet sehe. Enttäuscht sei er vor allem von der Landesregierung, denn die Neuerungen gingen zweifellos zu Lasten der Schüler und vor allem der Kommunen.

Für Dr. Hilmar Fleischer war klar, dass es auch künftig Schüler geben werde, die die Hauptschule bräuchten und warnte mit Blick auf Nordrhein- Westfalen davor, in der Schulpolitik nicht die gleichen Fehler wie andere Bundesländer zu machen. Rektor Scharfenort berichtete, dass 20 Viertklässler im September auf die Realschule statt auf die Werkrealschule wechselten, der Löhrschule also fehlen. Daher kommt eine Zweizügigkeit, die für eine Gemeinschaftsschule erforderlich ist, nicht zustande.

Vermutungen, wonach etliche Schüler den Anforderungen in der Realschule nicht gerecht werden und daher wieder an die Löhrschule wechseln würden, wollte Scharfenort nicht teilen. Seiner Erfahrung nach sei dies nicht der Fall. Er verwies auf die so genannte Schulfremdenprüfung nach der neunte Klasse, einer Regelung, von der rege Gebrauch gemacht würde. Scharfenort: „Die Realschule zieht diese Schüler durch.“ Eltern, die jetzt ihre Kinder auf die Realschule schickten, würden bei Schwierigkeiten die Flinte nicht ins Korn werfen, sondern eher in Kauf nehmen, dass sie eine Klasse wiederholen.

Der Lehrplan von künftiger Gemeinschaftsschule und Realschule sei identisch. Durch das Ignorieren der nicht mehr verbindlichen Schulempfehlung treffen jetzt Kinder mit Realschulniveau, mit Gymnasialniveau aber auch mit Hauptschulniveau in einer Realschulklasse aufeinander – dort ist jetzt bereits Gemeinschaftsschule. Allerdings, so die FDP in der Diskussion, biete die beschlossene Gemeinschaftsschule einen kleineren Klassenteiler ab 16 Schülern, eine Ganztagsbetreuung und Unterstützung durch pädagogische Hilfskräfte in den Klassenverbänden.

Und auf eine weitere entscheidende Tatsache machte Scharfenort aufmerksam: Die Löhrschule sei eine selbstständige Hauptschule ohne Grundschule, ihr fehle also der Unterbau. Scharfenort brachte in diesem Zusammenhang das Thema „Ganztagesschule mit der Rosenschule“ ins Gespräch. Als Beispiel nannte er die Gemeinde Burladingen auf der Schwäbischen Alb, wo die Werkrealschule und die Grundschule zu einer Gemeinschaftsschule zusammen gelegt worden seien. Der Schulträger könne dafür einen Antrag beim Kultusministerium stellen. Der Rektor zeigte sich überzeugt, dass die jetzige Landesregierung einer solchen Regelung zustimmen würde.

Auch in der Diskussion wurde deutlich, dass die Information der Eltern verbesserungswürdig sei, ebenso die Kooperation der verschiedenen Trossinger Schulen untereinander. Überhaupt gelte es, die Zusammenarbeit mit den Grundschulen zu aktivieren, die Lehrer dort sollten beispielsweise besser Bescheid wissen über das Leistungsangebot der Werkrealschule. Thomas Springer plädierte daher dafür, nicht erst am Ende der vierten Klasse über weiter führende Schulen zu informieren, sondern schon viel eher.