Sozialarbeit entspannt Schulklima

Seit Mitte Januar gibt es in Trossingen einen Schulsozialarbeiter, der sowohl die Löhrschule als auch die Solwegschule betreut. Dietmar Kleinert hat jetzt im Gemeinderat über seine Arbeit berichtet. Inzwischen hat er zu einem knappen Drittel der Schüler regelmäßigen Kontakt und bietet inzwischen auch eine Hausaufgabenhilfe. (Trossingen/sz)
Die Aufgaben, vor die Dietmar Kleinert in der Löhr- und in der Solwegschule gestellt wird, sind unterschiedlich. Die Löhrschule bezeichnet Kleinert als Brennpunktschule mit einem großen Anteil von Migranten, was die Beteiligten mit unterschiedlichen Wertvorstellungen und Sprachproblemen konfrontiere. In der Solwegschule bildeten wiederum viele Klassen keine wirkliche Einheit. "Die Schüler kennen sich nicht so gut."
Um die Gemeinschaft unter den Schülern der Solwegschule zu fördern, hat Kleinert dort inzwischen eine "Teamstunde" in der Mittelstufenklasse aufgebaut. "Ich begleitete diese Klasse auch bei ihrem Ausflug in die Wilhelma", berichtet Kleinert. Schließlich habe er auch die zweitägige Abschlussaktion in der Solwegschule begleitet, bei der die Schüler durch die Gauchachschlucht wanderten und anschließend übernachteten.
Der Arbeitsschwerpunkt in der Solwegschule sei in erster Linie die "Kontaktarbeit" mit Kindern und Jugendlichen.
 In der Löhrschule baute Dietmar Kleinert zusammen mit der achten Klassenstufe im Ganztagesgebäude einen Schülertreff auf. "Mein Ziel war es, die Schüler die erreichen, die über die Mittagszeit da sind." Gemeinsam habe er mit den Schülern den Schülertreff gestrichen und auch eine Theke aufgebaut. Der Schülertreff werde inzwischen von den Schülern ausgiebig genutzt.

Einen anderen Ansatz hat Kleinerts Angebot, Schüler, die den Unterricht stören, während der Unterrichtszeit zu betreuen. "Hier hat sich das Verhalten mancher Schüler schon geänert, weil sie ihren Konflikt auf neutralem Boden - und nicht in der Klasse - besprechen konnten."

Auf Vorschlag von einigen Fünftklässlern der Löhrschule gründete Dietmar Kleinert eine Video-AG, in der bis zum Schuljahresende schon ein Musikclip entstanden ist. Viele Gesprächen machten beispielsweise diverse Schulschwänzer nötig. So berichtet Kleinert von einer Schülerin, die sogar Elternbriefe und die Androhung der Polizei nicht mehr in den Unterricht zurückgebracht hatte. Über intensive Gespräche mit den Eltern und der Schülerin habe es Kleinert aber erreicht, dass sie inzwischen wieder normal zur Schule geht. Für Schüler, deren Familien zum Teil der deutschen Sprache nicht mächtig sind und die ihren Kindern auch kaum helfen können, bietet der Schulsozialarbeiter in der Löhrschule zwischenzeitlich an zwei Nachmittagen eine eineinhalbstündige Hausaufgabenbetreuung an.

Auf die Nachfrage von Gemeinderat Willi Walter hin bestätigte Kleinert, dass er in seiner Arbeit auch Kontakt zur Stadtjugendpflege habe. So sei beispielsweise die oben genannte Schülerin, die lange Zeit die Schule geschwänzt hatte, jetzt im Jugendtreff.
Wie wichtig die Schulsozialarbeit ist, untermauerte beispielsweise Bernd Scharfenort, Leiter der Löhrschule. "Bei Disziplinschwierigkeiten hat er ganz andere Möglichkeiten als ich." Auch Andreas Solleder von der Solwegschule lobte Kleinerts Arbeit mit den Schülern.